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07. Mai 2013   Anträge, Anfragen, Reden

Inklusiv statt Exklusiv

Rede von Veronika Buszewski zum gemeinsamen Änderungsantrag von DIE LINKE, CDU und Grüne zur Initiierung des Inklusionsprozesses in Herne

Herr Oberbürgermeister, sehr geehrte Stadtverordnete, liebe Gäste,

zunächst einmal vielen Dank für die Redebeiträge von Frau Szelag und Frau Schulte, die bereits wichtige Dinge zum Thema gesagt haben. Ich will nun versuchen, mich dem Thema von einer anderen Seite zu nähern.

Inklusion, Inklusion, Inklusion...... Alle reden davon, und jeder scheint - zumindest in der politischen Debatte - was anderes darunter zu verstehen! Dabei ist Inklusion eigentlich ganz einfach: Sie ist ein Menschenrecht! Und sie ist definiert in der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen!

Allen Menschen ist von vornherein die Teilnahme an allen gesellschaftlichen Aktivitäten auf allen Ebenen und in vollem Umfang zu ermöglichen.

Alle gesellschaftlichen Bereiche müssen für die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen zugeschnitten sein und geöffnet werden. Und zwar von Anfang an und unabhängig von individuellen Fähigkeiten, ethnischer wie sozialer Herkunft, Geschlecht oder Alter.

Inklusion ist nicht: Die Anpassung der Menschen mit Handicaps an die Gesellschaft, sondern das Umgekehrte!

Auf dem Weg zu einer derartigen inklusiven Gesellschaft ist eine Anpassung des so genannten Behindertenbegriffs nötig: Weg von „ Behinderung als individuelle Personeneigenschaft“ - hin zur Feststellung, dass Behinderung lediglich eine Wechselwirkung von individuellen Eigenschaften und Barrieren im Alltag ist. Oder: Weg von „Behinderte“ - hin zu „Gehinderte“!

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe jetzt ausgeholt, um den Begriff „Inklusion“, wie er zu verstehen ist, zu erläutern.

Das mag langweilig sein für diejenigen, die sich mit dem Thema auseinandersetzen. Das mag auch langweilig sein für diejenigen, die zu Recht das Gefühl bekommen, dass diese Definition doch sehr theoretisch ist.

Wo es doch vielleicht sogar eine einfache, für jeden verständliche Definition gibt: Inklusion ist das Gegenteil von Exklusion. Inklusiv ist das Gegenteil von exklusiv!

Ja – die eben von mir gemachte Definition ist geprägt von Politik- und Verwaltungssprache. Sie ist im Endeffekt sehr exklusiv.

Wenn es in den vorgelegten Anträgen von SPD und Grünen heißt:

Die Verwaltung ist zu beauftragen,„für die Stadt Herne ein Gesamtkonzept Inklusion zu erstellen und dessen Umsetzungsmöglichkeiten darzulegen“ (CDU) oder „Ziele und Wege hin zu einer inklusiven Stadtgesellschaft zu erarbeiten“ (Grüne) dann ist unsere Befürchtung, dass dies unweigerlich zu einem exklusiven Verwaltungskonzept führt, das evtl. später wiederum exklusiv von uns Ratsmitgliedern verbindlich beschlossen wird.

Erinnern sie sich noch an den zweiten Satz meiner Rede? „Allen Menschen ist von vornherein die Teilnahme an allen gesellschaftlichen Aktivitäten auf allen Ebenen und in vollem Umfang zu ermöglichen.“

Das bedeutet, Inklusion kann nur als Prozess unter der Partizipation der Betroffenen gelingen!

Von daher begrüßen wir, dass es jetzt einen gemeinsamen Antrag gibt, der der Prozesshaftigkeit von Inklusion Rechnung trägt.

Und ich möchte meinen heutigen Beitrag mit der Feststellung beenden: Barrierefreiheit beginnt in den Köpfen!

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