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02. August 2011   Fraktion

Hier die Gebildeten, dort die Niedriglöhner!

Lediglich die Anerkennung und dauerhafte Sicherung des gegliederten Schulsystem – eine zentrale Forderung der CDU - ist das Ergebnis des großen Schulkonsens, der kein Konsens ist, sondern Nonsens,“ erklärt Andreas Ixert, Mitglied im Schulausschuss der Stadt Herne für DIE LINKE. Ratsgruppe.

Das widerspricht allen (Lern-)Studien (Stichwort: PISA-Studien), allen Forderungen selbst der Wirtschaft (Stichwort: Fachkräftemangel), erst Recht der gemeinsamen Position aller an der Bildungskonferenz NRW beteiligten Organisationen, die sich einmütig gegen ein gegliedertes Schulsystem und für längeres Lernen ausgesprochen haben.

„Unser gegliedertes Schulsystem hat soziale Selektion mit all ihren Nachfolgewirkungen zur Folge.“, so Ixert weiter. „Das weiß jede Politikerin und jeder Politiker. Das weiß jede Mutter und jeder Vater. Es ist in Studien bewiesen und auf dem Arbeitsmarkt sichtbar. Darum ist es zutiefst zu verachten, wissentlich solch ein System mit aller Macht beibehalten zu wollen!“

„Nur so ist auch die Einbettung der als Erfolg verkauften Sekundarschulen im Schulnonsens zu bewerten: Die aus unterschiedlichen Gründen dauerhaft nicht mehr flächendeckend zu haltenden Haupt- und Realschulen werden lediglich umfirmiert,“ erläutert Buszewski.

Im Rahmen einer „Prüfung zu überlegen, wo noch bestehende Hauptschulen, aber auch Realschulen zur neuen Sekundarschulen“ weiterentwickelt werden können, wie es Raoul Rossbach von den Grünen fordert, ist arg beschönigend: „Weiterentwickeln wohin? Sachliche und personelle Verbesserungen im Verhältnis zu den Haupt- und Realschulen gibt es nicht an den Sekundarschulen!“, so Ixert. „Oder meint Hr, Rossbach zu prüfen, ob die jetzige Orientierungsstufe (5./6. Klasse an den Haupt- und Realschulen) umbenannt werden kann in ´gemeinsamen Unterricht´?“

„Zynisch, fast menschenverachtend wird es aber, wenn man dann noch daran denkt, dass kurz vorher ein Bildungspaket beschlossen worden ist, das ausdrücklich vorgibt, dass Lernförderung nicht zum Erreichen einer besseren Schulartenempfehlung  eingesetzt werden darf!“ stellt Buszwski fest. „Zementierung der Schulgliederung, verhindern der Durchlässigkeit der Schulformen: Das ist die gewollte Teilung der Gesellschaft: Hier die Gebildeten, dort die ungelernten Niedriglöhner.“