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18. September 2012   Thema

Reichtumsbericht ist Armutszeugnis

Erste Zahlen aus dem Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung offenbaren eine zunehmende Ungerechtigkeit. Dazu erklärt der Bundesgeschäftsführer der LINKEN, Matthias Höhn:

Es genügen vier Zahlen aus dem aktuellen Armuts- und Reichtumsbericht, um die gesamte Dramatik der Entwicklung zu kennzeichnen: Zehn Prozent der Deutschen verfügen über 53 Prozent des Gesamtvermögens, dagegen kommen die "unteren" 50 Prozent der Haushalte auf einen Anteil von gerade einmal einem Prozent am Nettovermögen. Das ist eine absurde Situation. Das ist ein gesellschaftlicher Skandal.

Nach einem Jahrzehnt sinkender Reallöhne, der Ausbreitung von Niedriglöhnen und prekärer Beschäftigung, drohender Altersarmut und millionenfacher Kinderarmut in diesem Land müssen alle Alarmglocken schrillen. Hier läuft etwas grundsätzlich aus dem Ruder. Der soziale Zusammenhalt der Gesellschaft ist akut gefährdet, wenn sich nicht die Einsicht durchsetzt, dass dem Auseinanderklaffen der Schere endlich wirksam etwas entgegengesetzt werden muss.

Reichtum ist teilbar, sagt DIE LINKE, und er muss geteilt werden. Wir brauchen angesichts dieser Zahlen eine Reichtumsbesteuerung, die diesen Namen auch verdient – wir brauchen eine deutliche Anhebung des Spitzensteuersatzes und eine Millionärsteuer. Auf der anderen Seite müssen Niedriglohn und prekärer Beschäftigung der Kampf angesagt werden: Nur ein flächendeckender gesetzlicher Mindestlohn und ein Verbot von Leiharbeit schaffen gute Löhne und verhindern Armut.

DIE LINKE unterstützt das Bündnis „UmFAIRteilen“ und beteiligt sich an den Demonstrationen am 29. September 2012 in mehreren deutschen Städten.